Im Zentrum von Pontresina entstehen im ersten Haus der Fundaziun da Puntraschigna bis Ende 2028 acht Wohnungen für rund 30 Einheimische. Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs wurde vom Atelier Candrian Meier entwickelt und soll rund 6 Millionen Franken kosten.
Medienmitteilung vom 18. Januar 2026
Mehr als 90 Planungsteams aus der Schweiz und dem Ausland haben in einem offenen Architekturwettbewerb ihre Vorschläge für das erste Haus der Fundaziun da Puntraschigna präsentiert. Gewinner des Wettbewerbs ist das Atelier Candrian Meier. Sein Projekt «Babetin» wird nun zur Baureife weiterentwickelt. Die Stiftung möchte 2027 mit dem Bau beginnen und ihn Ende 2028 an die ersten Mieterinnen und Mieter übergeben.
In vier Wohngeschossen liegen jeweils eine Zwei- und eine Vierzimmerwohnung sowie ein «Jokerzimmer». Es kann der einen oder der anderen Wohnung zugeordnet oder als Studio einzeln vermieten werden. «Eine flexible Nutzung der Wohnungen ist uns wichtig», sagte Andreas Flury, Präsident des Stiftungsrates, bei der Präsentation der Arbeiten am Samstag in Pontresina. «Das Haus soll sich über die kommenden Jahrzehnte den Bedürfnissen seiner Mieterschaft anpassen können.»
Dass sich so viele Teams für den Wettbewerb interessiert hätten, liege wohl auch an der überschaubaren Grösse des Projekts, sagte die Leiterin des Wettbewerbs, Christine Steiner Bächi vom Büro KOS PartnerInnen in Zürich. Gemeinnütziger Wohnbau gehöre zudem zu den Topthemen für Gemeinden und Städte in allen Landesteilen. Im touristisch sehr aktiven Alpenraum trete der Wohnungsmangel besonders markant zutage. «Das Projekt der Fundaziun hat deshalb auch einen Leuchtturmcharakter.»
«Die Wettbewerbsaufgabe war anspruchsvoll», sagte Jurypräsidentin Elli Mosayebi, Architekturprofessorin an der ETH Zürich. «Die Lage hinter dem Zentrum Rondo ist nicht einfach und das Raumprogramm mit den Jokerzimmern muss gut durchdacht werden. Die Fundaziun stellt hohe Ansprüche bezüglich der Kosten und der Ökologie und das Bauen im alpinen Raum stellt generell höhere Anforderungen als es im Mittelland der Fall wäre.»
Meilenstein
Für die Gemeinde Pontresina markiere der Wettbewerb einen Meilenstein in der Förderung von Wohnraum für Einheimische, sagte Gemeindepräsidentin Nora Saratz Cazin. Die Fundaziun da Puntraschigna treibe das Projekt mit viel Engagement voran. Dieses sei notwendig, denn der knappe Wohnraum für die einheimische Bevölkerung werde auch in Zukunft zu den grossen strukturellen Aufgaben der Gemeinden in der Region gehören.
Die Wettbewerbsgewinner Annina Meier und Baseli Candrian haben beide an der ETH Architektur studiert. Candrian ist in der Surselva aufgewachsen und mit Graubünden eng verbunden. «Wir konnten Elemente aus der Engadiner Baukultur aufnehmen und modern interpretieren», sagt er mit Verweis auf den Gemeinschaftsraum «Sulèr» im Eingangsbereich und die grosszügigen zentralen Räume in den Wohnungen. «Dazu erhielten wir strikte Vorgaben: Die Wohnungen durften nicht zu gross, die Räume aber auch nicht zu klein sein.»
Insgesamt schafft das Siegerprojekt Wohnraum für rund 30 Personen. Auf eine Tiefgarage wird verzichtet: Parkplätze können im benachbarten Parkhaus Rondo gemietet werden. Auch der Bezug von Wärmeenergie vom Gemeinde- und Kulturzentrum Rondo wird geprüft. Dies ermöglicht eine besondere Kosteneinsparung, die sich auf die Mietzinsen der Wohnungen auswirken wird.
Prof. Elli Mosayebi, Dipl. Architektin ETH, Zürich (Vorsitz)
Andreas Ruch, MSc Architekt ETH, St. Moritz
Urs Padrun, Architekt BSA SWB, Guarda
Mengia Mathis, Dipl. Architektin ETH, S-chanf*
Andreas Flury, Präsident Fundaziun da Puntraschigna
Nora Saratz Cazin, Gemeindepräsidentin Pontresina
Catherine Manley, StiftungsrätinFundaziun da Puntraschigna*
Simona Capaul, Stiftungsrätin Fundaziun da Puntraschigna*
*Ersatz
1. Rang: BABETIN
Atelier Candrian Meier, Zürich
Mitarbeit: Baseli Candrian, Julia Pelizzari, Raphael Nägelin, Eugen Wiskemann, Annina Meier
2. Rang: SULÈR
Büro Wortmann Gork, Berlin
Mitarbeit: Anna Wortmann, Christian Gork
3. Rang: DIAGOON
Salathé Architekten, Basel
Mitarbeit: Dominique Salathé, Fabian Früh, Jakob Schneider, Valentin Fehlmann
4. Rang: FINDLING
Vicente Nequinha Architektur, Zürich
Mitarbeit: Julia Berger
5. Rang: BUNTSPECHT
studio b und p, Frankfurt am Main
Mitarbeit: Christian Brönner, Maximilian Pfaff
Medienmitteilung: Neuer Wohnraum im Zentrum von Pontresina
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